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Rede des Vorstandssprechers Michael Kollmann, gehalten auf dem Sommerfest der Norderneyer Grünen:


 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Einwohnerinnen und Einwohner, liebe Freundinnen und Freunde.

Als einer der ältesten Ortsverbände der Bundesrepublik feiern die Norderneyer Grünen dieses Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Wir freuen uns daher sehr, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind/ihr unserer Einladung gefolgt seit.

Zunächst möchte ich allen herzlich danken, die sich jetzt und in vergangener Zeit für grüne Politik auf Norderney eingesetzt haben und mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, dass sich die GRÜNEN auf Norderney als zweitstärkste Partei etabliert haben. Ein ganz, ganz besonderer Dank gilt vor allem dem Urgestein der Norderneyer Grünen, unsere von allen geschätzte Karin. Ich kann das gar nicht genug wertschätzen, möchte es aber mit einem Strauß Sonnenblumen an dieser Stelle tun.

Danken möchte ich auch den Politikern, die sich mit unseren politischen Ideen und Grundsätzen mal mit weniger Geduld mal mit mehr Geduld anfreunden konnten und diese sogar in ihr Parteiprogramm mit aufgenommen haben.

Liebe Gäste!

Früher galten wir als Störenfriede etablierter Politik, heute sieht man uns als Partner zuverlässiger Kommunalpolitik nicht nur auf Norderney. Nur komplett übellaunige Zeitgenossen kämen heute noch auf die Idee, den Dialog mit den Grünen per Dachlatte führen zu wollen (Das stammt von Holger Börner in Hessen).

Was haben wir auf Norderney bisher erreicht? Hierzu wird Karin uns später eine interessante Präsentation vorstellen.

Ich möchte daher nichts vorweg nehmen und den Rückblick grüner Politik allgemeiner formulieren. Zu dieser Thematik passt meines Erachtens recht gut, was Stefan Wenzel im Jahre 2012 zum Jubiläum - 30 Jahre Grüne im niedersächsischen Landtag - formuliert hat, ich zitiere:

1982 zu behaupten, dass man mit Sonnenenergie nicht nur Spielzeug bewegen, sondern auch Maschinen betreiben oder sogar Häuser beheizen kann - das muss ungefähr für genau so absurd gehalten worden sein, wie etliche Jahre später die Idee, dass eines Tages eine hunderte Seiten umfassende Drucksache mit einem Knopfdruck in Sekunden an Tausende Empfänger verschickt werden könnte (Zitat Ende) oder die Ratsmitglieder ihre Vorlagen auf einem Ipad lesen würden. All dies ist heute Alltag.

Früher hießen wir Grünen "Die Spinner". Ich behaupte heute, daraus ist eine Ehrenbezeichnung geworden. Wir befinden uns in bester Gesellschaft.

Strom aus Wind und Sonne galten vor dreißig Jahren als Spleen. Heute sind sie in jeder Hinsicht wettbewerbsfähig. Selbst die ignorantesten politischen Mitbewerber basteln mittlerweile an Energieszenarien, die den Erneuerbaren einen Platz einräumen. Noch zu wenig und zu spät – aber immerhin. Auf dem Gebiet der Energie haben gerade wir etwas bewegt.

Wir Grünen sind eine werteorientierte Partei. Ethische Grundsätze auf politischer, gesellschaftlicher und sozialer Ebene müssen unserer Überzeugung nach Vorbildfunktion haben. Deshalb haben wir uns dafür stark gemacht, dass Gleichstellung, Antidiskriminierung, Integration und Inklusion ihren Weg in den Wertekanon Deutschlands gefunden haben. Dieser Weg muss stringent fortgesetzt werden, weil z.B. nach wie vor Frauen benachteiligt werden und Sozialbenachteiligte diskriminiert werden, gerade wieder konnte man das am Wahlsonntag in Sachsen erfahren, als Herr Lucke von der AfD die Sozialschwachen verunglimpfte. (Auf Norderney bezogen darf es z. B. nicht sein, dass gewisse Bauherren oder ich nenne sie Immobilienspekulanten nicht genehmigte Bauten umsetzen und die Konventionalstrafe in die Baukosten gleich mit einplanen.)

Wir sind eine Partei, die für nachhaltige Politik steht, damit auch zukünftige Generationen einen entsprechende Lebensqualität und eine lebenswerte Umwelt vorfinden. Daher werden wir uns auf Norderney weiterhin dafür einsetzen, dass bezahlbares Wohnen für Norderneyer Bürgerinnen und Bürger möglich sein wird und dass städtebauliche Strukturen erhalten bleiben. Dazu gehört auch, das werden viele Norderneyerinnen und Norderneyer nicht so gerne hören, die Reduzierung des Individualverkehrs.

Der demographische Wandel erreicht auch Norderney. Wir müssen dafür kämpfen, dass unsere älteren Einwohner in altersgerechten Sozialstrukturen leben können. Dafür bedarf es entsprechender Konzepte.

Wir wollen verstärkt Ziele des sanften Tourismus umsetzen. Dazu verpflichtet uns die Verantwortung für das Weltnaturerbe Wattenmeer.

Wir sind aber auch als Partei nachhaltig, weil wir nicht so monothematisch aufgestellt sind wie die ein oder andere Wählervereinigung, die wir kommen und gehen sahen. Denn wir bespielen die volle Partitur der politischen Themen, die in der Kommunalpolitik auf uns zu kommen.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde!

Uns plagen wie andere Parteien auf Norderney auch Nachwuchssorgen. Werden sich in unmittelbarer Zukunft überhaupt noch Bürgerinnen und Bürger finden, die sich in einer Partei für ihre Überzeugung engagieren. Wird es in 35 Jahren überhaupt noch einen Stadtrat geben? Werden eventuell die kommunalen Entscheidungen ausschließlich von einer Verwaltung entschieden? Werden Grundsatzentscheidungen nur noch per Bürgerentscheid getroffen? Werden die modernen Medien eine andere, direkte Demokratie ermöglichen?

Eine Antwort weiß ich nicht. Ich denke aber, wichtig wird es sein, dass die Politik sich diesen Fragen stellt und nicht in Selbstgefälligkeit verharrt sondern so verfährt wie es Joan Baez einmal in ähnlicher Weise geäußert hat:

"Hingabe für etwas zu haben, mehr braucht man nicht, um zu beweisen, dass das Leben auf Norderney lebenswert ist!“

In diesem Sinne lasst uns heute 35 Jahre Grüner Ortsverband Norderney feiern. Ich wünsche euch / Ihnen einen schönen Nachmittag mit anregenden Gesprächen.

Vielen Dank !

 

 

Bündnis 90 / Die Grünen Ortsverband Norderney